Buchformate

Moin.
Ich möchte euch einmal mitnehmen in die "Mysterien" der Buchformate. Die meisten kennen noch den Begriff des Oktav - Büchleins, aber nicht was das genau bedeutet. Ich versuche es mal knapp zu halten mit den wichtigsten Informationen. 
(DIN Formate spielen hier keine Rolle, denn das sind Papierformate. Nach diesen bezeichnet man dann auch die Bücher, aber es geht hier vor allem um Bücher die nicht in Standard Papierformaten gedruckt und gebunden sind, also so ziemlich alle, die keine gebundenen Semester, Bachelor oder Magisterarbeiten sind)
Also dann mal los:
Buchformate gingen von der Größe des Pergamentbogens aus.

Wenn man diese Bögen nimmt und ungefalzt benutzt, so ist das entsprechende Buch im Atlasformat, manchmal wird es auch Doppel- oder Großfolio genannt. Wird es einmal gefalzt - wir haben dann 4 Seiten je Bogen - das Folioformat. Daher der Begriff Foliant, der heute noch für große und schwere Bücher verwendet wird. Ein weiteres Mal gefaltet, sind wir schon bei 4 Blatt / 8 Seiten. Einen solchen Band nennt man Quart oder Quartformat.
Wenn es sich um Querformate handelt, wird dem jeweiligen Format einfach ein Quer vor- oder nachgesetzt. Und so geht es immer weiter, siehe die Tabelle unten.
Vor allem bei Büchern von vor 1800 werden diese Formatangaben genutzt.
Die Zahl der Abkürzung zeigt an wie oft ein Bogen gefalzt wird. Da Alle Papierbogen ursprünglich in Sieben von Hand geschöpft wurden, waren die Siebe alle ungefähr gleich groß. So groß, dass ein einzelner Mensch diese problemlos händeln konnte. Im Schnitt waren die Rohbögen in der Nähe eines DIN A2 Bogens (42,0 cm  x  59,4 cm).
 
 Abk. Name Blätter Seiten Rückenhöhe
gr 2° Atlas 1 2
Folio 2 4 32 - 35 cm
Quart 4 8 23 - 26 cm
Oktav 8 16 18 - 20 cm
12° Duodez 12 24 13 - 17 cm
16° Sedez 16 32
18° Oktodez 18 36
20° Vegesimo 20 40
24° Vigesimoquart 24 48

 

Bei neueren Büchern (bei Büchern gelten solche ab 1800 als relativ neu) richtet man sich in antiquarischen Kreisen nach den Normalformaten der Preußischen Instruktionen. Dort wurde versucht, die Bogengröße auf das Maß 33 x 42 cm zu vereinheitlichen. (Das ist die ungefähre Entsprechung unseres A2 Bogens. Deshalb wird dieser bis heute als "ganzer Bogen" und ein A4, obwohl der gängigste, als halber Bogen bezeichnet.) Die Formatbezeichnungen wurden zwar übernommen, aber richteten sich jetzt nicht mehr nach der Anzahl der Faltungen, sondern nur nach der Rückenhöhe. Diese wurden immer mal wieder überarbeitet.
Die Deutsche Bibliothek in Frankfurt a. M. hat folgende, momentan gebräuchliche Richtlinie erstellt:

 

 Abk. Name Rückenhöhe
gr 2° Großfolio über 45 cm
Folio 40 - 45 cm
gr 4° Großquart 35 - 40 cm
Quart 30 - 35 cm
Lex. 8° Lexikon-Oktav 25 - 30 cm
gr 8° Groß-Oktav 22,5 - 25 cm
Oktav 18,5 - 22,5 cm
kl. Oktav Klein-Oktav 15 - 18,5 cm
16° Sedez 10 - 15 cm

Ist die Rückenhöhe kleiner als 10 cm, wird diese in cm angegeben.

Es gibt noch viele andere verwendete Formate, wie Zeitungs- oder Comicformate. Aber das würde hier den Rahmen sprengen.

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Macht es gut ihr Lieben,
Viel Spaß bei euren Papierarbeiten,
Vielleicht bis nächste Woche!
j.C
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Falls ihr Fragen, Ideen oder Anregungen habt, worüber wir hier sprechen können, sollen oder gar müssen, dann schreibt uns fleißig wie die Bienen: wir werden uns bemühen!