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Handbuchbinderei j.Christodulow

 

Anfertigung hochwertiger Handeinbände für den Sammler und Büchernarren, aber auch Reparaturen von z.B. alten Kochbüchern oder Fotoalben. Maß- und Sonderanfertigungen von Kassetten, Kisten und Schubern, Binden von Kleinstauflagen für Studenten, frisch gebackene Autoren oder Jahresberichte. Prägungen und Bedrucken der Einbände, Farb- oder Goldschnitt, Zierbünde, Metallbeschläge, Biernägel, handgestochene Kapitale usw.


lösbare Bindungen, feste Bindungen
Heft
Leporello
Heften auf Kordel, auf Band, auf Gaze, Koptische Bindung, Geheime Belgische Bindung, geflochtenes Album, Aktenbindung
- nach Art des Einbandes
Broschur, Steifbroschur, Festeinband, Dänischer Millimeterband, Dänischer Deckel, Kopert, Aktenband
- nach Bezugsmaterial
Pappband, Halbgewebeeinband, Gewebeeinband, Seideneinband, Halbledereinband, Ledereinband, Pergamenteinband
- nach Art der Bindung
Festeinband, Franzband, Sprungrückenbuch, Japanische Bindung, Koptische Bindung, Geheime Belgische Bindung, Alben
- nach Art des Inhaltes
Fotoalbum, Gästebuch, Kondolenzbuch, Geschäftsbuch, Tagebuch, Reisetagebuch, Wanderbüchlein, Notizbuch, Kalender, Adressbuch
Vorsätze, Kupfertafeln, Karten, Bünde, Kapitale, Lesebändchen, Register, Farbschnitt, Schnittbemalung, Graphitschnitt, Goldschnitt, Echtgoldschnitt, Ebarbieren, Titeldruck,Titelschilder, Prägung, Lederschnitt, Lederrelief, Punzieren, Aussparung, Intarsie, Schließen, Metallbeschläge, Ziernägel, Biernägel, Edelsteine

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Einzelblätter

können zum einen, wie bei alten Kupferdrucken oder Ähnlichem üblich, in zum archivieren hergestellten Mappen gesammelt und gelagert werden. Zum anderen kann man sie zu Blöcken lösbar oder fest zusammenfügen.


Lösbare Bindungen

Dabei werden die Einzelblätter in maßgeschneiderten Ordnern Alben oder Kassetten aufbewahrt, gelocht, mittels einer Klemm-Mechanik oder mit Buchschrauben zusammengehalten. Es gibt auch Alben und Bücher, meist kleineren Formats, welche mit einer Kordel oder einem anderen Faden zusammengehalten werden, was dann einer Japanischen Bindung schon sehr nahe kommt.

Feste Bindungen

Buchblöcke einzelner Blätter oder Kartons gibt es zum einen als Blockbindung, vom Prinzip her wie bei Ordnern oder geschraubten Fotoalben, nur eben nicht wieder lösbar. Dabei werden die Seiten zu einem Block zusammengenagelt, aufeinander geklebt oder ein Faden wird von oben nach unten und zurück gezogen.
Zum anderen können die losen Blätter, sofern es sich um Papier handelt, auch klebegebunden werden. Hier gibt es zwei Möglichkeiten. Die erste nennt sich Blockleimung, wie für Zeichen- und Notizblöcke, also eine nicht sehr haltbare Verbindung. Bei der anderen, dem sogenannten Lumbecken, werden die Seiten des Papierstapels leicht aufgefächert und erst dann abgeleimt. Auf diese Art kleben die Seiten nicht nur an ihrer Stirnseite, sondern auch minimal aneinander, wodurch eine sehr haltbare Verbindung entsteht.

Gefalzte Bögen

sind im Einzelnen nichts anderes als eine Klappkarte. Sind sie aus Papier und steckt man mehrere ineinander, erhält man ein

Heft

welches im Falz entweder mit Klammern oder mit Garn oder besser noch Zwirn geheftet und so zusammengehalten wird.
Hat man mehrere solcher zusammengesteckten Hefte (Lagen), kann man diese miteinander zu einem Buchblock verbinden. Hierfür gibt es verschiedenste mögliche Heftarten.
 Hat man ein sehr langes Stück Papier und falzt es mehrmals abwechselnd wie eine Ziehharmonika in verschiedene Richtungen, klebt dann vorn und hinten einen Deckel darauf, erhält man das am einfachsten aufgebaute Buch, das

Leporello

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Heftarten

Heftung auf Kordel

Am Rücken des Buches sind quer laufend mehrere Schnüre oder Kordeln gelegt, früher benutzte man auch Schweinslederriemen, an denen die einzelnen Lagen geheftet sind. Da diese der Dicke der Schnur entsprechend auftragen, entstehen auf dem Rücken des Buches die sogenannten Bünde. Wenn die Schnüre doppelt genommen werden, entstehen Doppelbünde. Die Deckel des Buches werden gelocht und die Schnüre hindurch gezogen und am Ende verleimt. So entsteht eine sehr solide Verbindung von Deckel und Buchblock. Wenn die Schnüre bzw. Kordeln nicht zu dick sind können sie auch vertieft in den Block gelegt werden. Dazu wird der Block am Rücken eingesägt und zwar so breit und so tief, dass die Schnur gerade so hineinpasst.

Heftung auf Band

Bei der Heftung auf Band, entstehen diese Bünde nicht und die Enden werden entweder unter oder auf die Deckel geklebt. Je nachdem, ob man diese vor oder nach dem Beziehen der Decke mit dem Block verbindet.

 Heftung auf Gaze

Bei dieser Heftung gibt es die wenigsten Irritationen im Falz, weshalb das Heften auf Gaze auch die beste Möglichkeit für eine, wie in der Industrie, separat hergestellte Decke ist.

Koptische Bindung

Die Besonderheit dieser Bindung liegt zum einen in der am fertigen Buchrücken sichtbaren Heftung, weshalb das Heften mit farbigem Zwirn hier besonders gut zur Geltung kommt. Zum anderen wird der Block nicht abgeleimt. Weil auch die Deckel mit angeheftet werden, kann das gesamte Buch ohne Leim hergestellt werden. Diese Bücher lassen sich besonders leicht und weit aufschlagen, was vor allem angenehm ist, wenn man etwas hineinschreiben oder -zeichnen möchte. Das gilt in gleicher Weise für die

Geheime Belgische Bindung 

Auch bei der als Crisscross-Bindung in der Mitte der Achtziger Jahre von Anne Goy entwickelten Bindung kann man komplett auf Leim verzichten. Bei dieser Art zu heften, die eine abgewandelte Version der japanischen Stabbindung ist, werden die Einzelteile der Decke, also die beiden Deckel und der Rücken an mehreren Stellen (mindestens drei) mit Garn, Zwirn oder Bändern verflochten, müssen also nicht geklebt werden. Die einzelnen Lagen des Buches werden dann an diese Verflechtungen geheftet. Diese Bindung ist gut geeignet für alle Arten von Schreib- und Skizzenbüchern, da die Seiten sich extrem gut aufschlagen lassen.

Geflochtenes Album

Dieses ist ein Hybrid aus Leporello, Japanischer und Geheimer Belgischer Bindung. Es werden keine Falzbögen, sondern einzelne Karton-Bögen verwendet, die am Rand mit Schlitzen versehen werden. Ein langer Papierstreifen wird durch jeden zweiten Bogen gefädelt und um den jeweils nicht benutzten Bogen außen herum gelegt. Beim nächste Streifen geschieht das Ganze umgekehrt, und beim Dritten wieder wie beim ersten. Vorn und hinten noch einen schönen Deckel dazu und schon hat man ein Fotoalbum, was sich in der Dicke problemlos jedem Inhalt anpasst.

Aktenbindung

Diese Bindung war ursprünglich genau das, was der Name sagt, ein Zusammenfügen von Akten. Dabei wurden einzelne Blätter, Falzbögen und Hefte, in manchen Ämtern oder Kontoren ganze Landkarten, also Material in unterschiedlichster Größe, an den Hefter "angenäht", und somit ein Herausrutschen verhindert. Die Reihenfolge der Teile war damit natürlich auch festgelegt.
Mit der Erfindung des Lochers und des Aktenordners ist diese Technik dann fast vollständig in Vergessenheit geraten. Inzwischen wird sie aber in leicht abgewandelter Form für Fotoalben und Reisetagebücher wieder aufgegriffen.

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  Reden wir über die

Einbandarten

die beispielsweise, nach der Art des  Einbandes unterschieden werden können.
Zum Anfang die

Broschur

Der Block ist hier meist gelumbeckt (klebegebunden), kann aber auch geheftet sein. Als Umschlag bekommt die Broschur einen etwas festeren Karton umgelegt, wie man es von diversen Zeitschriften kennt. Oder der Umschlag besteht aus zwei einzelnen Kartons, je einer vorn und einer hinten, und am Rücken wird ein Fälzelstreifen aus Gewebe angebracht.
Bei der

Steifbroschur

wird der Block um Vorsätze erweitert und die Kartons vorn und hinten werden durch bezogene feste Pappen ersetzt. Der Rücken wird mit einem Gewebestreifen gefälzelt und so entsteht ein Hybrid aus Broschur und dem

Festeinband

Für diesen wird der Buchblock mit einem Vorsatz und mit zwei (Papp-) Deckeln versehen. Diese können direkt mit dem Block verbunden und später zusammen mit dem Rücken bezogen werden (meist mit Leinen). In der einfacheren Variante werden die Deckel zunächst mit der Rückenverstärkung zu einer Decke zusammengefügt und bezogen, und erst danach wird das Ganze mit dem Buchblock verbunden.

Dänischer Millimeterband

Henrik Park, ein dänischer Buchbinder, wird manchmal als Urheber genannt. Diese Einbandart wurde eingeführt, um mit dem Materialmangel der Kriegszeit zurechtzukommen und trotzdem elegante Bücher herzustellen. Letztlich ist es ein Halbband dessen Rückenbezug aus Leder nur wenige Millimeter auf den Buchdeckel ragt.
Um noch sparsamer zu sein, hilft ein

Dänischer Deckel

oder besser zwei. Eine separate Decke wird wie beim einfachen Festeinband hergestellt, mit dem kleinen Unterschied, dass keine festen Pappen für die Deckel verwendet werden, sondern sehr dünne und biegsame Pappen oder Kartons.
Dadurch wird die Decke flexibel wie bei einer Broschur, ist aber solide bezogen wie ein Festeinband.
Zum Schluss noch

Kopert und Aktenband.

(von lat. coopertorium: das Verhüllende, das Bedeckende)
Beiden gemeinsam ist die Verlängerung des hinteren Buchdeckels, der um die Vorderkante herum geschlagen wird, sie so verdeckt und schützt. Das Kopert (oder Copert) hat eine flexible Decke, meist aus Leder oder Pergament. Die direkt an das Leder gehefteten Lagen ergeben auf dem Rücken verschiedene Muster, die sehr schön als Dekoration ausgearbeitet werden können. Aktenbände sind meist aus Karton oder dünner Pappe, in der die Akten auch direkt an den Karton geheftet werden (siehe Aktenbindung).
Eine andere Möglichkeit, die Einbandarten einzuteilen ist die, nach ihren Bezugsmaterialien.
Die einfachste Art ist, die Decke mit Buntpapier zu beziehen,
der

Pappband

Hierfür gibt es verschiedenste Sorten: durchgefärbte Buntpapiere, bedruckt mit diversen Mustern, Marmorpapier, Kleisterpapier sowie Brokatpapiere oder die sogenannte Elefantenhaut, ein imprägniertes, sehr robustes und extrem strapazierfähiges Papier. Wer es klassisch schick, aber einfach haben möchte, greift auf einen

Halbgewebeeinband

zurück. Dieser besteht am Rücken und ein Stück weit auf den Deckeln aus Leinen, der Rest ist mit Papier bezogen, mit der Auswahl wie oben beschrieben. Zusätzlich können dann noch die Ecken mit Leinen verstärkt sein oder, meist sehr schmal, aber auch sehr edel wirkend, die gesamte Vorderkante. Beim

Gewebeeinband

wird der gesamte Band bzw. dessen Decke mit Leinen oder ähnlichen Stoffen bezogen. Auch hier können die verschiedensten Farben oder Muster, gewebt oder gedruckt, zum Einsatz kommen. Eine Sonderstellung bei den Gewebebänden nimmt der

Seideneinband

ein. Da dieses Material extrem dünn ist, kann die Fläche nicht wie sonst geleimt werden. Dieses oder ähnlich dünnes Material wird über die Deckel gespannt und nur an der Rückseite geklebt. Dort wird im Normalfall das Vorsatz aufkaschiert und so wird der Leim, der durch den Stoff dringt, unsichtbar.
Beim

Halbledereinband

verhält es sich ähnlich wie beim Gewebehalbband, nur erweitern sich die Materialmöglichkeiten für den Rest der Deckel noch um Leinen und andere Gewebe. Der

Ledereinband

ist, wie man leicht erraten kann, ganz mit Leder bezogen. Das Beziehen mit Leder will gut geübt sein, da es wesentlich aufwändiger und schwieriger ist, als mit Leinen und Papier.
Aber auch das lässt sich noch steigern mit einem

Pergamenteinband

Wenn man auf Plastik (aus zahlreichen Gründen) verzichtet, ist Pergament das haltbarste und strapazierfähigste Material, um Bücher zu beziehen. Allerdings hat die Herstellung eines solchen Einbandes so einige Tücken und ist somit auch die teuerste Version, wie wir ein Buch binden können (abgesehen von zusätzlichen Ausstattungen wie Edelsteinen auf dem Cover).

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Dann kann man auch nach Art der Bindung und der Verbindung mit dem Deckeln einteilen:
Der einfache

Festeinband

besteht aus Buchblock und separater Decke. Der Buchblock kann gelumbeckt oder geheftet sein. Die Decke wird aus verstärktem Rücken und den Pappdeckeln gebaut und weist am Ende am "Scharnier" des Buches einen tiefen Falz auf.

Franzband

Hier werden die Deckel direkt mit dem Block verbunden. Der Rücken wird auch am Buch aufgebaut und am Schluss erst das Buch bezogen. Im Unterschied zum Festeinband ist hier zwischen Rücken und Deckel kein vertiefter Falz zu sehen.
Zu einer weiteren Klasse gehört das

Sprungrückenbuch

Diese fast ausgestorbene Bindetechnik arbeitet mit einem Federmechanismus, welcher an der aufgeschlagenen Seite den Block, mit Hilfe des Rückens, der als starke Klammer gebaut ist, aus dem Falz drückt, so dass eine fast plane Fläche über beide aufgeschlagene Seiten entsteht. In der Zeit vor dem Computer waren das die bevorzugten Geschäftsbücher. Anwendbar ist diese Technik vor allem für größere Bildbände oder Skizzenbücher, die eine gewisse Dicke haben, die für eine funktionierende Mechanik notwendig ist. Die

Japanische Bindung

ist ein im Block gebundenes Buch. Sie hat zwei einzelne Deckel, die nicht im Rücken verbunden werden. Der Block wird samt fertiger Deckel von oben nach unten durchstochen und mit einem festen Zwirn gebunden. Bei der ursprünglichen Japanischen Bindung bestand der Block aus einseitig bedruckten Falzbögen, welche den Falz an der offenen Seite hatten, während die offene Seite des Bogens gebunden wurde. Auf diese Weise konnten sehr dünne Papiere bedruckt und ein Durchschimmern der Rückseite verhindert werden. Bei dieser Technik ist es wichtig, dass die Seiten sehr dünn sind, da sich das Buch sonst schwer blättern ließe.
Die ältesten Bücher in Form des Codex (unsere gebräuchliche Form des Buches), die in noch erhaltener gebundener Form gefunden wurden, waren Bücher der alten Kopten und so heißt die von ihnen benutzte Art, die Bücher zu binden

Koptische Bindung

Diese Bindung hat den Vorteil, dass sie komplett ohne Leim auskommen kann. Die gehefteten Lagen werden an den Stellen, wo sonst Schnüre oder Bänder wären, Lage um Lage miteinander verfitzt. Die Deckel werden mit gebunden. 

Geheime Belgische Bindung

Das ist der Name, der sich zumindest hierzulande für die Crisscross-Bindung eingebürgert hat. In den Achtzigern von Anne Goy in einer Weiterführung der japanischen Stabbindung entwickelt. Die beiden Deckel werden zusammen geflochten und an dieses Flechtwerk dann die einzelnen Lagen geheftet. Diese Bücher sind für kleinere Formate geeignet und wunderbar als Skizzenbücher zu gebrauchen, da sie sich ohne Probleme komplett aufschlagen lassen.

Alben

können auf verschiedenste Arten hergestellt werden. Eigen ist allen, dass sie im Bund immer einen Ausgleich für den späteren Inhalt haben. Das heißt, dass sie entweder im ungefüllten Zustand am Rücken dicker sind, als an der Vorderkante oder durch die Art ihrer Bindung am Rücken sehr flexibel sind, was den Abstand der einzelnen Seiten angeht. Da bei Alben die Seiten normalerweise aus Karton sind, müssen sie, um sie besser blättern zu können, in den meisten Fällen am Falz entweder gerillt werden oder sie werden auf ein flexibles Material (Gewebe, Papier) gehangen.

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Und nach Art des Inhaltes kann man auch noch einteilen:

Das

Fotoalbum

braucht, wie oben bei den Alben allgemein erwähnt, einen Ausgleich, so dass, wenn alle Bilder eingeklebt oder -gesteckt sind die beiden Deckel nach dem Zuschlagen nicht offen stehen, sondern parallel liegen und man das Album ordentlich ins Regal stellen kann.
Ein

Gästebuch

sollte auf jeden Fall aus Lagen geheftet werden, da es wie jedes zu beschreibende Buch recht viel aushalten muss. Die Möglichkeiten an Ausstattung, Größe und Bezugsmaterial sind so vielfältig wie die Anlässe, zu denen man es bestimmt hat.
Ebenso individuell lässt sich ein

Kondolenzbuch

gestalten.

Besonders aufwändig gebunden, wenn es wie früher täglich genutzt wird, ist das

Geschäftsbuch

Soll ein Buch solide über einen längeren Zeitraum als Schreibbuch dienen und auch den Komfort bieten, dass es sich vollkommen flach aufschlagen lässt, kommt eigentlich nur ein Sprungrückenbuch in Frage.
Ein

Tagebuch

kann auf jede nur erdenkliche technisch mögliche Weise hergestellt, gestaltet und ausgestattet werden. Es sollte auf jeden Fall auf den Benutzer zugeschnitten werden.
Im Speziellen beim

Reisetagebuch

sollte der Rücken zumindest einen kleinen Ausgleich haben, ähnlich wie beim Fotoalbum, so dass Postkarten, Pläne, Eintrittskarten, Fahrscheine oder was auch immer an die schönen Momente der Reise erinnert, eingeklebt werden können. In den meisten Fällen wird am Ende des Buches auch noch eine Froschtasche eingesetzt, um weitere Artefakte der Reise aufnehmen zu können.
Das

Wanderbüchlein

ist ein kleines, kompaktes, meist in Leder gebundenes Büchlein, in einem Format, dass gerade so eine Postkarte aufnimmt, also etwas größer als A6. In den meisten Fällen werden über das Buch verteilt perforierte Seiten eingefügt. Zum einen, um die Möglichkeit eines Ausgleichs zu schaffen für all die Dinge, die darin landen. Zum anderen, um die Bindung, welche sehr solide sein muss, zu schonen, wenn einmal die eine oder andere Seite herausgerissen werden muss. Für fahrende Gesellen gehören natürlich Prägungen des Namens und der eigenen Zunft unverzichtbar dazu.

Notizbuch

und Kladde, die in Handtasche und Co. landen, werden oft etwas einfacher hergestellt. Preiswert aber solide, für einen im Normalfall nicht allzu langen Gebrauch. Der Ausführung in Form, Farbe und Ausstattung sind fast keine Grenzen gesetzt.

Kalender

werden ähnlich gebaut wie Tagebücher, nur dass der Inhalt ein Korsett für die Tage des Jahres bekommt. Die Größe ist durch den Druck vorgegeben; meist werden zwei oder drei Größen vom Hersteller angeboten. Wir können Kalender ganz nach Ihren Wünschen anfertigen, und wenn Sie rechtzeitig bestellen, also nicht erst im November/Dezember, ist die Fertigstellung pünktlich zum Jahresende auch gesichert.
Das

Adressbuch

ist meistens ein kleines, nicht allzu auffälliges, aber hübsches Büchlein. Was es in jedem Falle braucht, ist ein alphabetisches Register.

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 Zur

Ausstattung der Bücher

gehören zuallererst, und wirklich in jedem Buch vorhanden, die

Vorsätze

Sie sind die optische wie auch technische Verbindung von Buchblock und Buchdecke. Sie können komplett aus Papier, im Falz mit Gewebe verstärkt, oder ganz aus Gewebe bestehen. Wie Vorsätze im Buch eingearbeitet werden, damit kann man ganze Kapitel füllen. Interessant für Sie dürften eher die gestalterischen Möglichkeiten sein. Von einfachen weißen oder durchgefärbten farbigen Papieren, über bedruckte oder mit Seide bezogene, bis hin zu klassischen Kleister-, Marmor- und Brokatpapieren gibt es unendlich viele gestalterische Varianten.

Kupfertafeln

oder einfach nur Kupfer wurden früher die eingeklebten Bilder in Büchern genannt. Sowohl das Frontispiz als Bildertitel gegenüber dem regulären Titel wie auch Bildtafeln im Text zur Untermalung und Ergänzung des Inhaltes, bis hin zu ausklappbaren Bilderbögen wurden früher einzeln in die Bücher geklebt, da sie grundsätzlich anders gedruckt wurden als der Textteil des Buches. Dazu gehören auch großflächige, teils kunstvoll gefaltete Schaubilder und Karten.

Bünde

entstehen, wenn der Buchblock auf Schnüre geheftet wird, die sich erhaben auf dem Buchrücken bemerkbar machen. Als Gestaltungselement von Büchern nicht mehr wegzudenken, sind mittlerweile fast alle Bünde, die man zu sehen bekommt, reine Zierbünde. Diese werden in den Rücken der Decke eingearbeitet und haben mit der eigentlichen Bindung selten etwas zu tun.

Kapitale

sind die oberen und unteren Enden des Buchrückens, welche auf der Innenseite den Übergang zum Buchblock gestalten. Bei Leder- und Pergamentbänden wird von alters her ein "Häubchen" eingearbeitet, welches eine flache, nach innen gebogene, halbmondförmige Überlappung ist, die das Ende des Buchblocks verdeckt. Bekannter sind die meist zweifarbig gestreiften Raupen an dieser Stelle: das Kapitalband. Dieses kann mit Hand gestochen werden und ist ein sehr feines Mittel, das Buch individuell zu gestalten. Kapitalbänder gibt es aber auch vorgefertigt in den verschiedensten Farben und man kann dieses dezente Gestaltungsmittel so auch preiswert einsetzen.

Lesebändchen

sind fest installierte Lesezeichen in Form von flacher Litze, die man in allen erdenklichen Farben einsetzen kann.

Register

sind beschriftete Kapiteleinteilungen, die entweder als Reiter an den entsprechenden Seiten angebracht werden oder die Seiten werden bis zu der entsprechenden Stelle ausgestanzt.
Eine Sonderform des Registers sind sehr dünne Lederriemen, welche an den entsprechenden Seiten im Falz eingearbeitet werden und in verschiedenen Höhen an der Vorderseite heraus schauen. Damit sie nicht im Buch verschwinden, wird vorn ein Zierknoten angebracht. Meist handelt es sich um die  sogenannte Affenfaust, die im Idealfall genau an der Schnittkante sitzt.

Farbschnitt

Wenn das Buch zugeklappt ist, sieht man vom Buchblock, also den Seiten nur die Schnittkante. Wenn man diese Kante einfärbt, erhält man einen Farbschnitt. Wenn man das, mit ein wenig Übung und Talent, mit Pinsel und verschiedenen Farben kann, erhält man eine

Schnittbemalung

Eine Sonderform des Buchschnittes ist der sehr edle, aber zurückhaltende

Graphitschnitt

der technisch und optisch zwischen Farbschnitt und Metallschnitt, also in den meisten Fällen dem

Goldschnitt

liegt. Dieser kann mit eingefärbter Metallfolie hergestellt werden oder mit etwas mehr Aufwand und Übung als

Echtgoldschnitt

aus Blattgold hergestellt werden. Richtig spannend wird die Sache, wenn man unter den Goldschnitt eine Schnittbemalung setzt, welche man dann erst zu sehen bekommt, wenn die Seiten leicht aufgefächert werden. Wenn es kein Bild darunter sein soll, kann man den Goldschnitt noch

Punzieren

Das ist eine Technik, bei der mit einfachen Stempeln und einem Hammer vorsichtig ein leichtes Muster in den Schnitt eingeprägt wird. Das Ganze geht natürlich auch bei jedem anderen Schnitt, auch dem sonst unbehandelten.

Eine sehr seltene Schnittverzierung ist das

Ebarbieren

bei dem die Seiten nicht beschnitten, sondern einzeln auf Maß gerissen werden, was einen sehr flauschigen, ungleichmäßigen Schnitt ergibt. Dieser wird normalerweise nur am Kopf des Blockes angewandt.

Titeldruck

Das Bezugsmaterial kann im Vorfeld nach Lust und Laune bedruckt werden, sofern das Material und die Drucktechnik zusammenpassen. Papier und Digitaldruck ist kein Problem, bei Buchbinderleinen geht es meistens. Dabei kommt es auch auf das Motiv an, das nicht zu fein sein sollte. Im Buchdruck sind eigentlich alle Materialien bedruckbar.

Titelschilder

können aufgesetzt oder eingelassen werden. Eingelassen heißt, dass es eine dem Titelschild entsprechende Vertiefung in der Decke gibt, in die das Titelschild dann eingelassen, also eingeklebt wird. Titelschilder können aus den verschiedensten Materialien bestehen: Papier oder Leder, Pergament oder sogar ein Messingschild, alles was flach genug ist, um eingearbeitet zu werden.

Prägung

Die einfachste und preiswerteste Prägung ist die Titelprägung mit einer von unseren Hausschriften. Soll es eine bestimmte andere Typo sein, ein Logo oder Bild, muss ein Stempel angefertigt werden. Geprägt werden können nur Volltöne, keine Halbtöne oder Verläufe.
Prägungen können mit Metallic- und Pigmentfolien ausgeführt werden, aber auch mit Echtgold, Silber oder Titan.

Lederschnitt

Für den Lederschnitt wird das Leder eingeweicht und erwärmt. Dann werden die Formen mit einem Messer in das Leder geschnitten, beim Trocknen verformt sich das Leder und es entstehen reliefartige Strukturen. Um diese Strukturen besser hervorzuheben, kann auch nachgeholfen werden. Im Extremfall wird unter das Leder noch Material eingearbeitet, so dass ein

Lederrelief

entsteht. Das kann natürlich auch ohne Lederschnitt hergestellt werden. Oft wird es eingesetzt, um Portraits der Schriftsteller oder Protagonisten des Buches auf dem Deckel darzustellen.

Eine weitere Möglichkeit, den Lederschnitt weiter zu beleben, aber auch für sich alleine sehr schön, ist das

Punzieren

Beim Punzieren wird eine Form, im einfachsten Fall ein Punkt, mit einem Stempel und einem Hammer in das Material geschlagen, das sich dann entsprechend verformt. Oft wird die Punze unzählige Male nebeneinander gesetzt, um so ganzen Flächen eine Struktur oder ein Muster zu verpassen. Das Gegenteil davon wären

Aussparungen

im Deckel oder auch im Rücken, also Löcher, die im Idealfall auch um die Kanten herum bezogen sind, was eigentlich nur mit Leder bewerkstelligt werden kann, da es sehr dehn- und formbar ist.

Intarsie

Bei dieser Technik werden aus dem Leder der fertigen Decke Formen ausgeschnitten und durch Leder mit anderer Farbe oder Oberfläche ersetzt, so dass Bilder oder abstrakte Ornamente entstehen.

Schließen

Buchschließen sollen zum einen das Sperren (also Offenstehen) des Buches verhindern, zum anderen auch Licht und Staub abhalten. Langriemenschließen sind lange Leder- oder Pergamentriemen, die mehrfach um das Buch gewickelt werden und so das Ganze zusammenhalten. Etwas kürzer sind sie, wenn ein Knopf auf dem Deckel angebracht ist, an dem das Band dann befestigt werden kann. Eine Entwicklungsstufe weiter sind die Enden mit Metall beschlagen, als Scharnier dient aber weiterhin das Leder. Dann gibt es Schließen, die komplett aus Metall bestehen, also auch die Scharniere, die man schließlich noch mit einem Schloss versehen kann.

Metallbeschläge

Im Ursprung sind diese zur Verstärkung und dem Schutz vor allem der Ecken angebracht worden. In einer einfachen Form kennen wir das an Aktenordnern. Sie können natürlich verziert werden und vor allem als Dekoration können dann noch Metallauflagen auf der Decke hinzutreten, die auch schon mal den gesamten Buchdeckel mit einem einzigen kunstvoll verzierten Relief einnehmen können.

Ziernägel

Diese haben die selben Funktionen wie die Metallbeschläge: sie stabilisieren, schützen und verzieren das Buch. Eine besondere Form stellen die

Biernägel

dar. Sie waren vor allem Für Gesangs- und Vereinsbücher gedacht. Um bei Veranstaltungen der Vereine, die oft mit Gelagen und nicht wenig Bier verbunden waren, die Bücher vor Bierlachen aus umgestürzten Bechern zu schützen, wurden auf den Deckeln der guten Stücke Nägel mit extra großen Köpfen befestigt, so dass die Bücher ein Stück über dem Tisch "schwebten" und das Bier einfach unter ihnen durchlief.

 Edelsteine

oder einfach schöne Steine und Glas können zusätzlich angebracht werden und so den Metallbeschlägen ein weitere Funktion als Einfassungen geben.

 

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 Buchbinderische Sonderarbeiten

Futterale und Schuber

dienen dem Schutz von Büchern. In der Form der Funktion untergeordnet, gibt es nicht viele Variationen. Dafür sind aber die Möglichkeiten der Ausstattung schier unendlich. Material von Holz, über Leinen, Pergament oder Papier, mit Metall beschlagen, mit Intarsien oder Prägungen versehen. Grenzen setzt nur die Vorstellungskraft.

Mappe

Mappen dienen zur Aufbewahrung von Zeichnungen, Schriftstücken, Karten, Urkunden und ähnlichen Dingen. Die Verschiedenheit der Inhalte spiegelt sich dann auch in der Ausführung der jeweiligen Mappe wider. Für einfache Schriftstücke wird man sich keine Mappe mit Lederintarsien anfertigen lassen,  aber umgekehrt für besondere Urkunden keine einfache Kartonmappe nehmen.

 

Kassette und Schmuckdosen

zur Aufbewahrung der wirklichen Schätze dieser Welt, des ersten Zahns, der schönsten Muschel aus dem Strandurlaub, der alten Liebesbriefe oder des Lieblingsgeschmeides. Angefertigt, um dem Inhalt zu huldigen, ein Schmuckstück im Kaminzimmer oder ein Blickfang in der Bibliothek. Kassetten und Schmuckdosen, schön gestaltet und gut gearbeitet, lassen der Phantasie Flügel wachsen und steigern die Neugier ins Grenzenlose.

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Buchreparaturen

Wir reparieren Bücher, machen aber keine Restaurationen und Reinigungen von Papierarbeiten. Wir unternehmen alles buchbinderisch Mögliche, damit Ihre Lieblinge auch die nächsten 100 Jahre überleben und vor allem gut zu benutzen sind, dabei ihren Charme behalten und Jung und Alt weiterhin Freude bereiten, wann immer sie sie zur Hand nehmen.

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