Dispersionsleime

Dispersionsleime bieten wir genau die beiden an, welche wir auch selbst benutzen, um die täglichen Arbeiten zu erledigen: 

einen Blockleim und einen Kaschierleim.

 

Blockleim

Der wichtigste Leim in der Werkstatt ist der Blockleim. Mit ihm werden alle Sachen geklebt, welche keine großen Flächen haben, schnell anziehen sollen und keine Zeit benötigen, um sich gleichmäßig dehnen zu können. Also am Buchblock das Ableimen, das Kapitalband kleben oder beim Kassetten bauen die einzelnen Teile zusammenfügen …

Dazu kommt, dass er mit Kleister vermischt und so seine offene Zeit verlängert werden kann. Je nach Mischverhältnis kann jede offene Zeit erreicht werden, die zwischen der des Leimes und der des reinen Kleisters liegt, die natürlich viel weitergeht, als die unseres Kaschierleims. Allerdings sollte beachtet werden, dass die Klebkraft und Dauerhaftigkeit des Klebers mit Kleister herabgesetzt wird. 

Der Leim ist im getrockneten Zustand durchsichtig, trotz seines weißen Aussehens im flüssigen Zustand. (Siehe weiter unten: Was ist Dispersionsleim?)

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Kaschierleim

Mit Kaschierleim haben wir die Möglichkeit größere Flächen einzuleimen. Zum einen ist dieser Leim lange genug offen, damit wir genügend Zeit haben auch größere Flächen einzuleimen. Ohne dass die erste Ecke schon wegtrocknet, bevor wir die letzte eingeschmiert haben. Zum anderen hat auch das Papier die Möglichkeit sich die Zeit zu nehmen, die es unter Umständen braucht, um sich gleichmäßig auszudehnen. Auch dieser Leim kann mit Kleister vermischt werden, um die offene Zeit noch weiter zu verlängern. Was hilfreich sein kann, wenn man große Karten aufzieht oder ähnlich große Flächen zu beziehen hat. 

Kaschierte Flächen sollte man auf jeden Fall vor der Weiterverarbeitung gut durchtrocknen lassen. Planliegend und mit etwas Stabilem leicht abgepresst, damit diese sich beim Trocknen nicht verziehen. Ein paar Zeitschriften, jeweils mehrere übereinander, um genug Gewicht zu erzeugen und gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt sind sehr praktisch. Außerdem nehmen diese gut die entweichende Feuchtigkeit auf und können so das Trocknen beschleunigen.

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Wie sieht der Leim aus, wenn er getrocknet ist?

Der Leim ist im getrockneten Zustand durchsichtig, trotz seines weißen Aussehens im flüssigen Zustand. (Siehe weiter unten: Was ist Dispersionsleim?)

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Womit kann man den Leim lösen?

Der Leim ist Wasserlöslich, solange er nicht getrocknet ist. Nach dem Trocknen aber leider nicht mehr.

Es gibt für industrielle Anwendung zwar Dispersionslöser, aber, da dieser auf sehr lange Zeit äußerst schädlich für Wasserorganismen ist, gehört so etwas unserer Meinung nach nicht in Haushalte, da diese normalerweise nicht über die Möglichkeit einer entsprechenden Lagerung und Entsorgung verfügen. Auch wir benutzen aus den gleichen Gründen keinen Dispersionslöser. 

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Was sind Dispersionsleime eigentlich?

Ein Dispersionsleim besteht meist aus Wasser und Klebe-Polymere. Die sind durchsichtig und nicht wasserlöslich. Sie werden im Wasser also nicht gelöst, sondern aufs feinste verteilt. Da diese feinstverteilten Teilchen das Licht extrem stark streuen (Es ist wie beim Nebel: einfach alles dicht und wenn man Licht anmacht wird es noch schlimmer: mehr Licht - mehr Streuung - noch weißer und scheinbar dichter.) Diese kleinen Teilchen werden durch sogenannte Emulgatoren auseinander gehalten, so das sie im Wasser einfach keine Verbindung eingehen können. 

Die Klebung erfolgt dann, indem das Wasser und mit ihm die Emulgatoren entweder verdunsten oder durch die zu verklebenden Werkstoffe entzogen werden. Das nennt man wegschlagen (und wenn es durch den Werkstoff durchgeht, durchschlagen) des Leimes. Durch das Verdunsten nähern sich die Polymerteilchen immer mehr an und verfließen ineinander. Dabei entsteht ein Film durch chemische und mechanische Prozesse der Teilchen untereinander. Das nennt man Kohäsion. Aber natürlich kommt es auch zwischen den Klebteichen und dem zu verbindenden Stoffen zu einer festen Verbindung, durch verschiedenste chemische und mechanische Prozesse. Das nennt man dann Adhäsion.

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Welche Alternativen gibt es?

Alternativen sind die verschiedensten Leime, pflanzlichen und tierischen Ursprungs. Darauf werde an andere Stelle eingehen.

 

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Wenn ihr mehr hiervon und allgemein rund ums Thema Buchbinden erfahren möchtet, gibt es hier unseren: