Glossar - V
Vademecum
(lateinisch: „geh mit mir“) Ein handliches Nachschlagewerk oder ein praktischer Ratgeber, der Informationen zu einem bestimmten Thema oder Fachgebiet kompakt und übersichtlich zusammenfasst. Es wird oft in einem kleinen, leicht tragbaren Format gestaltet, sodass es jederzeit zur Hand ist und unterwegs genutzt werden kann.
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Van-der-Waals-Kräfte
Die Festigkeit von Papier hängt neben der Rohstoffbeschaffenheit maßgeblich von der Bindung der Fasern untereinander ab. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass dabei die Van-der-Waals-Kräfte eine entscheidende Rolle spielen.
Van-der-Waals-Kräfte sind schwache intermolekulare Anziehungskräfte, die zwischen Atomen, Molekülen oder Oberflächen wirken. Sie spielen eine wichtige Rolle in vielen physikalischen, chemischen und biologischen Prozessen, indem sie die physikalischen Eigenschaften von Substanzen wie Schmelz- und Siedepunkte, Löslichkeit und Viskosität beeinflussen. Benannt sind sie nach dem niederländischen Physiker Johannes Diderik van der Waals.
Es gibt drei Haupttypen von Van-der-Waals-Kräften:
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Keesom-Wechselwirkung (Dipol-Dipol-Kräfte): Diese Kräfte treten zwischen Molekülen mit permanenten Dipolen auf. Die positiven und negativen Pole der Moleküle ziehen sich gegenseitig an, was zu einer direkten Anziehung führt. Diese Wechselwirkungen sind temperaturabhängig, da die thermische Bewegung die Ausrichtung der Dipole beeinflusst.
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Debye-Wechselwirkung (Dipol-induzierte-Dipol-Kräfte): Hier interagiert ein Molekül mit einem permanenten Dipolmoment mit einem polarisierbaren, unpolaren Molekül. Der permanente Dipol induziert einen Dipol im unpolaren Molekül, was zu einer Anziehungskraft zwischen beiden führt. Diese Kräfte sind schwächer als die Keesom-Wechselwirkungen.
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Londonsche Dispersionswechselwirkung (London-Kräfte): Diese universellen Kräfte entstehen zwischen zwei polarisierbaren Molekülen durch kurzzeitige Fluktuationen der Elektronendichte, die zu temporären, induzierten Dipolen führen. Selbst in unpolaren Molekülen können so Anziehungskräfte entstehen. Die London-Kräfte werden oft auch als Van-der-Waals-Kräfte im engeren Sinne bezeichnet.
Zwischenmolekulare Wechselwirkungen treten nicht nur zwischen gleichartigen Atomen und Molekülen auf, sondern auch zwischen Molekülen unterschiedlicher Phasen und Oberflächen. Dies ist besonders relevant in der Papierherstellung, wo die Bindung der Fasern durch Van-der-Waals-Kräfte die Festigkeit und Qualität des Endprodukts maßgeblich beeinflusst.
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Vademecum
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Vakat(seite)
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Velin
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Velinpapier
Velinpapier ist ein hochwertiges, ungeripptes Papier mit einer glatten, gleichmäßigen Oberfläche und gleichmäßiger Durchsicht. Der Begriff leitet sich vom französischen Wort „Vélin“ ab, das ursprünglich für feines, strukturloses Pergament („Vellum“) verwendet wurde.
Die Herstellung von Velinpapier geht auf den englischen Buchdrucker John Baskerville zurück, der um 1750 erstmals ein Schöpfrahmen aus Kupfergewebe verwendete. Im Gegensatz zu herkömmlichem Vergépapier, das durch feine Drahtstäbe mit Bindedrähten gerippt erscheint, entsteht Velinpapier durch ein Schöpfsieb aus Drahtgewebe mit quadratischen Maschen, was ihm seine charakteristische glatte Oberfläche verleiht.
Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts war ausschließlich geripptes Papier bekannt. In Deutschland wurde Velinpapier erstmals 1783 hergestellt. Heute ist das industriell gefertigte Maschinenpapier ausschließlich Velinpapier.
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Vergé-Papier
bezeichnet ein spezielles, strukturiertes Papier, das durch eine charakteristische, sichtbare Faserstruktur geprägt ist. Diese Struktur entsteht oft durch das Papier auf einem Vergé genannten Drahtsieb, das die typischen Wellen oder Rillen im Papier hinterlässt. Das Papier wird traditionell für hochwertige Druckerzeugnisse, wie Einladungen, Urkunden und edle Briefpapiere, verwendet. Es hat ein elegantes, handwerkliches Aussehen, das ihm eine gewisse Exklusivität verleiht.
Der Begriff „Vergé“ leitet sich von dem französischen Wort „verger“ ab, was „Garten“ oder „Obstgarten“ bedeutet, da die Faserstruktur früher an einen Garten erinnerte.
Verwendung: Vergé-Papier wird häufig für formelle, besondere Anlässe oder zur Herstellung von Briefpapier mit gehobenem Design und als Vorsatzpapier verwendet. Die Oberfläche fühlt sich oft leicht rau an und bietet eine interessante Haptik.
Verlagsbroschur
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Verlagseinband
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Versalhöhe
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Versalien
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Versalziffern
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Verschnitt
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Verso
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Viertelbogen
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Vignette
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Viskose
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Viskosität
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Vlies
Vollleder
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Vordersteg
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Vorfalz
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Vorkleben
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Vorrichten
Dazu gehören: das Kollationieren; fehlende Karten und Kupfer anzeigen (werden teilweise erst später eingesetzt); alles Reparaturbedürftige wie Eselsohren, Risse und Fehlstellen beseitigen; eventuell das Verstärken bestimmter Lagen.
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Vorsatz
Das dem Buch vorgesetzte Papier, meist Doppelblätter.
Ja, das hintere Vorsatz heisst auch so, denn es wird vorn wie hinten vorgesetzt. Oft wird hier Nachsatz gesagt, was genau genommen falsch ist. Es hat sich aber als hilfreich erwiesen, sobald die hinteren und vorderen Vorsätze unterschiedlich gestaltet werden sollen. Im Englischen übrigens vorne wie hinten: endpaper.
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